Ein kurzer persönlicher Rückblick:

Bereits sehr früh war ich fasziniert von Mobilitätshilfen mit 2 Luftreifen. Nebenstehendes Foto zeigt mich im zarten Alter von 2,5 Jahren. Mit diesem Roller war ich – so es die Umstände zuließen – täglich unterwegs (und manchmal auch zu schnell). Dieses Gerät hatte keine Bremsen und war der Initialzünder meiner lebenslangen Fahrradbegeisterung …
Erste Bekanntschaft mit dem Liegerad machte ich Anfang der 1980er Jahre. Zu dieser Zeit war ich noch ziemlich Rennrad-affin. So fand ich die Art des mehr oder minder liegenden Radfahrens zwar interessant, spontan entflammt war ich allerdings nicht …

Doch irgendwie hatte sich ein Virus mit langer Inkubationszeit eingenistet. So gingen noch einige Jahre ins Land, bis ich erstmals den Schweißbrenner ergriff und mich an eigenen Liegeadkonstruktionen versuchte. 1988 erreichte der erste „Chopper“ schon eine gewisse Serienreife.
Ein Jahr später wurde dieses Konzept jedoch wieder beiseite gelegt. Es folgte das kurze Ur-FLUX ST-1 mit direkter Untenlenkung, Tandemantrieb und einer neuartigen VR-Bremse, die SHIMANO Jahre später als V-Brake auf den Markt bringen sollte. Dieses Rad fuhr so zufriedenstellend, dass ich mich entschied, den Liegeradbau zu professionalisieren. Entscheidender Impuls für diesen Schritt war die erfolgreiche Teilnahme bei der Liegerad-Europameisterschaft 1989 in Münster (3. Platz in der Gesamtwertung).
Anfang 1990 wurde die Fa. FLUX gegründet. Im Sommer dieses Jahres wurde ich Deutscher Meister bei der HPV-Meisterschaft in Nümbrecht. Kurz darauf startete die erste Kleinserie (35 Stück) des Modells FLUX ST-2 in eigener Handarbeit. Im Zuge meiner sportlichen Ambitionen hatte ich die Vision, dass das sportliche Liegerad eines Tages eine gewisse Marktrelevanz im Bereich der Hobby- und Freizeit-Rennradfahrer bekommen müsste. Es blieb leider ein Wunschdenken…
Im Kollektiv mit anderen Liegerad-Pionieren jener Tage wird 1991 die Vollverkeidung „Canard“ realisiert.
Anfang 1992 wurde eine 20“-Federgabel entwickelt. Kurz darauf der gelochte Buchenholzsitz. Eine Sitzbauart, die zum FLUX-Markenzeichen wurde.
1994 wird die Modellpalette erweitert mit den Modellen S-RX und S-COMP. Letzteres war der sportliche 20/26“ Kurzlieger mit noch guter Alltagstauglichkeit.
Im selben Jahr gibt es eine limitierte Auflage des Ultra-Tiefliegers Z-PRO-1: eine Rennmaschine, definitiv kein Rad zum Brötchenholen.

Z-PRO-1

Z-Pro-1 im Rennen
1996 wird das erste vollgefederte FLUX-Liegerad S-60 vorgestellt.

V-200
1997/98 wurde das Sesselrad V-200 entwickelt und vom ADFC zum „Fahrrad des Jahres 1999“ gewählt.
In der Pressemitteilung ist zu lesen:
„Der Allgemeine Detsche Fahrrad-Club (ADFC) veranstaltete den Wettbewerb breits zum 9. Mal. Angetreten waren diesmal elf Räder von zehn Anbietern, darunter klassische Modelle und kreative Innovationen. Die achtköftige ADFC-Jury wählte das FLUX V-200 von der Firma FLUX Fahrräder Handels-GmbH.
Das FLUX überzeugte die Jury, weil es Sicherheit, Fahr- und Sitzkomfort vereint. Das FLUX steht für bequemes, entspanntes und aufrichtes Sitzen, übersichtliches und sicheres Lenken und Schalten, pannenfreies Gleiten und Platz für den Einkauf. Die schlüssige attraktive Optik lädt ein zum Aufsteigen und Losfahren. Abgerundet wird der Gesamteindruck durch ein gutes Preis-Leistungsverhältnis.“
Ein Jahr später ist die Weiterentwicklung V-220 mit gleich großen Vorder- und Hinterrädern (20“) fertig.

V-220

S-Comp
Ebenfalls im Jahr 2000 wird die neuentwickelte S-Modellreihe gestartet: S-600 (wahlweise unten- oder obengelenkt) und das neue S-Comp. Merkmale: 2×20“-Laufräder, vollgefedert (S-600), große Tretlagerüberhöhung, Längenverstellung durch Tretlagerauszug.

C-500
2003 wird das C-500 in klassischer 20/26“ Bauart präsentiert. Dieses Modell wurde in den folgenden Jahren zum verkaufsstärksten FLUX-Liegerad. Es wurde unverändert bis ins Jahr 2020 gefertigt. Testbericht >>>
Ebenso 2003 gibt es in limitierter Auflage von 50 Exemplaren die Weiterentwicklung der Rennmaschine Z-PRO. Der neue Tieflieger heißt Z-PRO-2 und ist nach kurzer Zeit ausverkauft.

Z-Pro-2
Anders als beim C-500 gibt es bei den S-Modellen eine stete Evolution. So erscheint 2006 das S-800 als die „Nur-Untenlenker-Variante“ des S-600. Ab 2010 sind die „Fat-Tire“-Versionen S-650 und S-850 am Start.

S-800

S-900 OL
Einen Entwicklungssprung erfährt die S-Modellreihe 2013 mit der Einführung des S-900. Den „neuen Allround-Lieger“ mit 24“-Laufrädern gibt es in allen Varianten: Oben- oder untengelenkt, teil- oder vollgefedert, mit breiten und mit schmalen Reifen. Mit dem Modell S-Max wird von 2014-19 auch noch ein Rad mit 2×26“ angeboten.

S-900 UL

S-Max
2020 wird das gutlaufende Modell S-900 gründlich überarbeitet. Es gibt fortan 3 unterschiedlichen Rahmenlängen. Die neue Modell-Bezeichnung lautet S9.
Bei aller Begeisterung fürs Liegerad schlich sich im Lauf der Zeit bei mir die Erkenntnis ein, dass diese Art des Radfahrens nicht für alle Einsatzbereiche optimal ist (um es mal diplomatisch zu formulieren). Daher entwickelte ich ein konsequentes Alltagsrad, auf dem man „aktiv-aufrecht“ sitzt. Nach fast 3-jähriger Entwicklungszeit wird 2007 das FLUX A10 vorgestellt, 2 Jahre später der Cruiser A-Venue.

A10 Komfort

Das A10 wird nach Erscheinen und in den Folgejahren von verschiedenen Fachzeitschriften und -journalisten getestet. Die Resonanz ist einhellig extrem positiv. Exemplarisch gibt es hier einen Bericht aus den Jahr 2010 zum Nachlesen. In meinem persönlichen Fuhrpark ist das A10 mein unangefochtener Alltagsbegleiter … und wird es wohl noch lange bleiben.





